HK-Highway-Hinfahrt
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Hongkong

Abflug Bangkok: 34 °C – Ankunft Hongkong 16 °C. Ich wußte, daß es hier kälter werden würde, aber wie „kalt“ sich diese Temperatursturz anfühlt, konnte ich mir nicht vorstellen. Die ersten Tage bibbere ich vor mich hin, draussen ist es diesig-nebelig-nieselig, und von den Hauptsehenswürdigkeiten (Aussicht vom Peak – Ansicht der Skyline von Kowloon) entsprechend nicht viel zu sehen. Leider bleibt das den Rest der Woche so, auch wenn die Temperaturen auf freundliche 22 °C klettern.
Vom chinesischen Neujahr ist in der Stadt gar nicht soo viel zu bemerken, ich hatte nach den Dekorationen in den Chinatowns von Singapur und Bangkok mit größerem Ausnahmezustand gerechnet. Parade und Feuerwerk habe ich angeschaut, das Pferderennen ausgelassen und mich statt dessen durch die Stadt treiben lassen. In Hongkong, und speziell in Mong Kok, einem Stadteil von Kowloon, bedeutet „sich treiben lassen“ genau genommen „sich schieben lassen“ – von den Menschenmassen auf der Straße, auf dem Laufband, in der U-Bahn. Ein eigenes Tempo ist unmöglich, die Anpassung an die Gruppe zwingend notwendig, um überhaupt unfallfrei vorwärts zu kommen. Am größten war das Gedränge zu Marktzeit in Mong Kok. Hier leben 120.000 EW/km2 und machen Mong Kok zum dichtest besiedelten Gebiet der Erde.
Dennoch, nach dem ersten Umgewöhnungs-Grant („Mir ist kalt. Ich will Sonne. Warum ist der Mango-Smoothie so teuer?!“) entwickelt die Stadt eine große Faszination. Vor allem nachts, wenn die Leuchtreklame auch die abgewohnten Fassaden erstrahlen lässt und bis spät in die Nacht Leben in allen Gassen ist!
Tagsüber habe ich dann doch auch ein bisschen Touri-Programm gemacht und sowohl den großen Buddha als auch den Victoria Peak besichtigt – beide ganz faul mit der Gondel bzw. traditionell mit der Zahnradbahn. Beide sind eine Lektion in Geduld – Wartezeit nicht unter einer Stunde an Gondel und Bahn, oben viele viele andere Schaulustige und an allen Ecken Souvenir- und andere Läden. Beim Buddha bin ich ein paar Schritte auf dem „Wisdom Path“ gelaufen (ob’s nutzt?), auf dem Victoria Peak eine Runde um und bis zum Gipfel – ohne Sicht, aber mit frischer Luft und Bewegung.
Das würde mir bei einem längeren Aufenthalt hier am Meisten fehlen: Die Möglichkeit, mich draussen zu bewegen. Eine junge Frau, die in Hongkong Island als personal coach v.a. mit Expats arbeitet, sagte, in der Regel sei die Luftqualität so schlecht, daß von Sport draussen in der Stadt abgeraten wird. Sie macht darum alle ihre Sunden in Fitnessclubs, trotz der schönen Aussicht von den Hangwegen…

7 Kommentare

  1. GH

    Der Gang Deiner Weltreise wirbelt auch in meiner Bude Staub auf. Du erwähnst Kowloon, und ich habe mal nachgesehen: Die „Walled City“ dort bestand zumeist aus 20-qm-Wohneinheiten, bis zu 14 übereinandergetürmt, ohne Architekt und Statiker errichtet: sehr malerisch, sehr einsturzgefährdet, sehr nachbarschaftsbezogen, sehr unhygienisch, viele fensterlos, wenig Luftaustausch.
    Bei allen Vorbehalten gegenüber den Betonungeheuern: instabil sehen sie nicht aus, und für Heizung und fließendedes Wasser dürfte gesorgt sein.
    Ich habe hier im Haus mal eine Chinesin getroffen. „So wenig Menschen hier“, sagte sie immer wieder.

    • doho

      In einem dieser Komplexe gibt es auch eine Reihe Hostels. Aber als ich „lange dunkle Gänge, ohne Fenster“ gelesen habe, hab ich gleich weiter gesucht. Da werd ich klaustrophobisch – und schlafen ohne Frischluft ist eh bäh!

  2. Anne

    Irre Bilder! Platzangstverdächtig, phobienschürend, latent suizidal in meinen Augen … dabei vor Ort sicher letztendlich toleranzbildend, denn wer hier Tag für Tag auf allen Seiten dem Nachbar durch’s Fenster gucken oder sich durch diese unglaublich vollen Straßen schlängeln muss, braucht wohl ein gerütteltes Maß an Willen zum Miteinander und die Fähigkeit, die individuelle Bedürfnisbefriedigung, – und zwar jetzt, sofort, und ohne Kompromiss! – zurückzustellen…

  3. GH

    GH
    Bilder, die erschlagen. Einige wenigstens.
    Freundlicher Anblick: der Halsbandsittich. Den gibt’s inzwischen auch bei uns. Vermutlich dem Kölner Zoo ist ein Pärchen ausgerissen. Es hat sich vermehrt, inzwischen gibt es Tausende. Sie leben überwiegend in der Rheinebene und brüten in Baumhöhlen und unter wärmedämmender Styroporverkleidung.
    Natürlich führt das bei einigen einheimischen Arten zu Verärgerung.
    In Bayern wurden offenbar noch keine solchen Zuzügler gesichtet. Trotzdem hat die SZ eine Diskussion angestoßen, ob man diesem Treiben tatenlos zusehen dürfe.
    Gute Zeit!

  4. Florian

    Uff, was ‚n Gewusel! Des wär‘ ja mal nix für mich ;P!
    Und dann noch der Nebel und die Kälte (ok, hier ist’s auch < 10°C) … viel Spaß in Neuseeland 😀

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