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Bangkok bewegt

Wie bewegt man sich in einer Stadt mit 8,25 Mio. Bewohnern und mit nur zwei S-Bahn- und einer U-Bahnlinie? Eigentlich wäre das flache Bangkok ideal für Fahrräder, davon gibt’s aber fast keine, und die vereinzelten markierten Radwege sind eher Dekoration. Wie erwartet: Wer einen hat, fährt mit dem PKW. Das riecht man, sieht man und hört man auch ununterbrochen!
Die ganze Stadt ist auf Autoverkehr ausgelegt, die Straßen sind breit, häufig mehrstöckig, und fast immer voll. So voll, daß der PKW zwar das bequemste, aber häufig fast das langsamste Fortbewegungsmittel ist. Schneller sind schon die Moto-Bikes, auf die ich mich diesmal allerdings nicht getraut habe. Ich bin so häufig wie möglich mit dem ÖPNV gefahren, der aber schnell, also per Schiene, s.o. nur die Haupt-Einkaufszentren und das Geschäftszentrum anfährt. In die Altstadt kommt man per Bus, Taxi, oder, mein absoluter Favorit: per Boot!
„Express-Boote“ verkehren als Linienboote auf dem Chao Praya westlich der Innenstadt, die Anbindung an das Geschäftsviertel funktioniert über den einen noch befahrenen Khlong vom Rand der Innenstadt aus. Bei Fahrten auf dem Fluß bekommt man als Bonus jedesmal eine Stadtrundfahrt gratis, auf dem Kanal leider nicht, da zum Schutz vor Spritzwasser während der Fahrt auf beiden Seiten Plastikplanen hochgezogen werden.
Die Bootstouren sind immer ein bisschen abenteuerlich, da die Boote kaum richtig stoppen, um Passagiere ein- und austeigen zu lassen – manchmal muß man fast springen, um auf die Plattform zu kommen. Es gibt aber immer jemanden, der hilft, hält, aufpaßt. Einmal drauf, klettert man auf dem Kanal-Boot noch über die Reling und steigt auf den nächsten freien Platz auf einer der langen Bänke. Nicht gut mit Gepäck, ansonsten aber klasse!
Die Busse hab ich die ganze Zeit des Aufenthaltes nicht richtig verstanden, bin aber immer da angekommen, wo ich hinwollte. Meist hatte ich vor Abfahrt bei der Rezeption des Hostels gefragt, welchen Bus ich nehmen soll, ansonsten einfach jemanden an einer der Haltestellen gefragt. Fahrpläne oder Linienpläne hab ich keine gefunden. Gezahlt wird im Bus bei einer extra mitfahrenden Kartenverkäuferin, die mir dann freundlicherweise auch immer rechtzeitig gesagt hat, wann ich aussteigen muß. Läßt sich nicht gut planen, aber funktioniert auch. Die Busse fahren im gesamten Stadtgebiet, sind aber wegen des Verkehrs leider mindestens so langsam wie der PKW.
Dafür sind sie unschlagbar günstig: Eine Fahrt kostet zw. 9 und 14 THB, wie die Kanalboote. Das Expressboot kostet 40 THB, BTS und MRT je nach gefahrenen Stationen zwischen 12 und 45 THB. Taxi ist natürlich teuerer, geht aber auch bei 35 THB los – zum Fahrpreis kommen dann noch evtl. Maut-Kosten für den Expressway.
MRT und BTS, die U- und aufgeständerte S-Bahnlinie, sind sehr modern und gut organisiert. Die Stationen sind überdacht, klar beschildert und meist voll. Bezahlt wird per Chip (Einzelfahrt) oder Magnetkarte mit Guthaben (für mehrere Fahrten). Aussteigende haben immer Vorrang, die Einsteigenden warten seitlich – wie mit Pfeilen auf dem Boden markiert. Der einzige Haken an dem System ist die fehlende Koordination zwischen den beiden Bahnen: Für MRT und BTS braucht man je eigene Karten. Und natürlich die mangelnde Reichweite! Zwar wird gerade eine neue MRT-Station gebaut, die Chinatown anbinden soll. Aber die restlichen Millionen Bewohner sind weiterhin auf ihren PKW angewiesen.

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