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By the Bay

Seit Dienstag bin ich in Singapur, seit Mittwoch tatsächlich aktiv unterwegs.
Erste Eindrücke: Die Stadt ist bemerkenswert aufgeräumt, grün und mit vergleichsweise guter Luft. Luftfeuchtigkeit scheint höher (knapp „neben“ dem Äquator war das zu erwarten), ist aber auszuhalten. Wirklich schön ist es in den (frühen) Morgenstunden, da ist auch das Licht am Besten, nachmittags zieht es zu, wird dann gern mal sehr schwül. Wenn es gegen Abend abkühlt geht’s wieder besser. Schönes Nachmittags-/Abendlicht (= Sonnenuntergang) gibt es aber keines!

Ein großes „Must-See“ auf meiner Liste waren natürlich die „Gardens by the Bay„, dicht gefolgt vom Marina Bay Sands Hotel (das ist das „Boot“)- und ja, beide sind ziemlich spektakulär!
Die große Terrasse mit Pool des Marina Bay Sands ist leider nur für Hotelgäste zugänglich, Normalsterbliche dürfen für 23 S$ zumindest auf den Teil an der Spitze.
Von hier hat man einen prima Ausblick auf den Singapur Flyer, die Wohngebiete entlang der East-Coast und natürlich die Skyline des Geschäftsviertels. Was mich allerdings fast noch mehr fasziniert hat sind die Unmengen von Schiffen, die auf der Schifffahrtsstraße vor Singapur vorbeiziehen!

Die Gärten sind ebenso eindrucksvoll wie die Aussicht: Auf der durch Aufschüttung gewonnenen Fläche dienen insgesamt ca. 100 ha als Naherholungs- und Freizeitgelände. Durch die sehr dichte Bepflanzung und eine geschickte Topografie liegen in den 54 ha der South-Gardens z.T. dicht nebeneinander Spiel- und Schaubereiche, Themengärten, Restaurants, technische Einrichtungen ohne sich zu stören. Rampen und eine ganze Reihe von Aufzügen bringen auch Rollstuhlfahrer auf die oberen Ebenen. Regelmäßig finden Veranstaltungen statt und jeden Abend gibt es eine Licht- und Musikshow bei den Supertrees.
Die Kühlhäuser (für die Pflanzen aus dem mediterranen Raum ;-)) kosten Eintritt, der Skywalk zwischen den „Supertrees“ auch. Die Gärten selber sind kostenfrei.
Ausserdem sind sie rauch-, müll- und obdachlosenfrei. In diesem artifiziellen Eden fühle ich mich ebenso wie in der restlichen Stadt wie in einem Filmset, einer Art Mischung aus Avatar und Truman-Show: Grandios – und zu perfekt um real zu sein. Wo sind die Armen, die Unordnung, die Arbeiter, die Straßenhändler?!

Nach Auskunft einer Landschaftsgärtnerin der South Gardens gibt es für diesen Gartenteil zwei Firmen, die sich die Pflege teilen, zusätzlich zum Personal der „Gardens by the Bay“, das sich um die Einrichtungen, z.B. auch um die Supertrees kümmert. Die Pflegefirmen beschäftigen beide je ca. 40 Personen, 8-12 Std. am Tag, 7 Tage pro Woche. Ein Sonntag pro Monat ist frei. Von den 40 Arbeitern in ihrer Firma kommen 35 aus Bangladesch, sie wohnen fast alle in „worker dorms“, d.h. Mehrbettzimmern, bringen sich die Grundnahrungsmittel von zu Hause mit und kochen in der Unterkunft, um nicht im teuren Singapur Geld für’s essen ausgeben zu müssen. Alles in der Hoffnung, nach ein paar Jahren genug gespart zu haben, um zu Hause etwas aufbauen zu können. Oder einfach nur um die Familie durchzubringen… Das ist die andere Seite der Medaille.

6 Kommentare

  1. ursula hock

    tja,was soll ich dazu sagen; welchen architektonischen sinn haben solche bauten außer selbstbeweihräucherung? Welche normalen Familien können dort leben? — Natürlich bleibt auch mir der mund offen stehen bei diesem anblick!! Aber ich bleibe ratlos: 2030 werden 2/3 aller menschen in städten wohnen;ist diese art von „gigantomanie“ ein lösungsvorschlag? Ich könnte in solchen bauten nicht mich wohlfühlen. Trost für die fotografin: tolle Bilder!! — Zu den „bäumen“ sag ich mal nichts.(grins)

    • doho

      Hallo Ursula, Du greifst vor, der Beitrag zu den Wohnquartieren kommt erst noch 😉
      Hier sind die Hochhäuser des Bankenviertels und mit dem Marina Bay Sands des größten freistehenden Kasino-Komplexes der Welt inkl. Hotel zu sehen. Tatsächlich werden die Gärten aber als Stadtpark genutzt, sind also schon als Teil des weiteren Wohnumfeldes.

  2. Florian

    Kühlhäuser für mediterrane Pflanzen … das ist aus hiesiger Sicht echt abgefahren!!! Insbesondere, wenn man grad in den Alpen beim Schifahren ist ;D

  3. Simone

    Grüezi Doro, ich bin als regelmäßiger Besucher immer wieder geflasht von deinen Blogeinträgen. Weiter eine gute Zeit mit tollen Eindrücken! LG Simone

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